Der Bürohund

von
BETTINA  KÜSTER
Es gibt gerade etwas, was mich wieder sehr bewegt, und zwar sind das die sogenannten Bürohunde. Es gibt sogar einen eigenen Verband. Der Verband rechnet volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Schäden vor, die dem Betrieb durch psychische Erkrankungen entstehen und plädiert gleichzeitig für einen Bürohund, da dieser die Produktivität steigern soll und ein Schutz vor Burnout sein soll. In einem TV-Bericht auf der Seite diesen Verbandes spricht der Vorsitzende über seinen Hund so über ihn: “ Das ist der Prototyp für einen Bürohund.“ Die Interviewerin sagt: “ Ein neues Konzept scheint Schule zu machen. Der Bürohund steigert die Arbeitsfreude und damit auch die Produktivität und manchmal sogar die Gesundheit.“
„Das ist der entscheidende Faktor, wenn so ein Hund installiert wird, dann bringt es auch Geld“, so der Vorsitzende des Verbandes.

Für Arbeitnehmer ist es sicherlich eine Erleichterung, den eigenen Hund mit ins Büro nehmen zu dürfen. Meiner Meinung nach ist es ein Armutszeugnis der Betriebe, Hunde einzusetzen, um Burnouts vorzubeugen. Anstatt das Problem an der Wurzel zu packen. Die Arbeit wird nicht weniger, nur weil ein Hund anwesend ist. Die Beziehung zum Chef wird auch nicht besser, nur weil ein Hund da ist. Die Beziehung zu den Mitarbeitern wird auch nicht besser, nur weil ein Hund da ist. Die Anwesenheit eines Hundes kann also nur in kleinen Momenten gut sein, aber nicht einem Burnout vorbeugen.

Was heißt eigentlich Burnout? lt. Wikipedia
„Das Burnout-Syndrom ist wissenschaftlich nicht als Krankheit anerkannt, sondern gilt im ICD-10 als ein Problem der Lebensbewältigung. Es handelt sich um eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher oder anderweitiger Überlastung bei der Lebensbewältigung. Diese wird meist durch Stress ausgelöst, der wegen der verminderten Belastbarkeit nicht bewältigt werden kann.“
Ein Hund kann natürlich dazu verhelfen, Stress zu reduzieren, aber er kann keine geistige und Erschöpfung aufgrund beruflicher Überbelastung „heilen“.
Natürlich ist es für jeden Hund besser seinen Alltag im Büro als im Tierheim zu fristen. Jedoch ist ein Hund ein Lebewesen mit eigenen Gefühlen und kein Prototyp, den man als Allheilmittel im Büro als Burnoutbremse installieren kann.

Als Hundepsycholgin und 2. Vorsitzende des Berufsverbandes der Hundepsychologen ist es mein Anliegen, den Menschen aufzuzeigen,wie man seinem Hund einen weitgehends artgerechten und natürlichen Alltag bietet.

Wie denkt Ihr darüber? Ich freue mich über Eure Meinung zu diesem Thema.

Bettina Küster

Hundepsychologin nTR
http://www.gute-laune-dogs.de

2. Vorsitzende des Berufsverbandes der Hundepsychologen
http://www.bvdh-hundepsychologen.de

Darf gerne geteilt werden.

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