Unsauberkeit des Hundes hat nichts mit Dominanz zu tun

VON
BETTINA KÜSTER

„Mir wurde gesagt, wenn mein Hund alleine ist und ins Haus uriniert, dann ist es eine Dominanzgeste mir gegenüber, heißt er will mir zeigen, dass er der Dominantere ist“, Aussage einer Hundehalterin über ihren erwachsenen Hund, der gerade mal 3 Monate bei ihr war.

Dominantes Verhalten ist immer beziehungsspezifisch und zeit- und situationsabhängig und nicht permanent. So kann dominantes Verhalten unter Hunden aufgrund von Ressourcen wie Sexualpartner, Liege- und Schlafplätzen und/oder Futter entstehen.
Niemals würde der Hund extra in die Wohnung machen.

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Eine mögliche Ursache für Unsauberkeit beim Hund kann Stress sein.
Bei Stress wird der Wasserhaushalt angeregt und der Hund muss öfter urinieren.
Wir kennen das von uns, wenn wir aufgeregt sind, oder Stress haben, müssen wir öfter als sonst Wasser lassen. Geben Sie Ihrem erwachsenem Hund aus dem Tierschutz oder Tierheim viele Möglichkeiten sich zu lösen, am besten alle zwei Stunden und loben Sie ihn danach dafür.
Wenn ein Hund vorher auf der Straße gelebt hat und es nicht kennt, im Haus zu leben, kann das auch ein (zusätzlicher) Grund sein, warum er ins Haus uriniert.
Doch meistens ist er der Stress, die Angst vor dem Alleinsein/-bleiben. In dem beschriebenen Fall hat sich die Unsauberkeit übrigens erledigt. Der Hund hat jetzt keinen Stress mehr und weiß, dass seine Besitzer immer wieder nach Hause kommen.
Wie kann ich Unsauberkeit des Hundes verhindern?
Lassen Sie Ihren Hund nicht direkt von Anfang an mehrere Stunden alleine. So etwas muss geplant und trainiert werden. Das bedeutet, dass durchaus ein Jahresurlaub bei der Anschaffung eines Hundes für die Eingewöhnung berücksichtigt werden muss. Hiermit meine ich aber nur das normale  Eingewöhnen, wie Tagesablauf und Rituale festlegen und kennenlernen.

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Die Gewöhnung an das Alleine sein für 4-5 Stunden am Tag kann natürlich nicht in 2-3 Wochen erlernt werden. Die Alleinebleibe-Phasen sollten sukzessive aufgebaut werden unter der Berücksichtigung des Alters und Herkunft des Hundes. Für einen Welpen, der gerade von seiner Mutter und den Geschwistern getrennt wurde und nun in seiner neuen Menschenfamilie ist, bedeutet ein Herausgehen des Halters aus dem Zimmer, in dem er sich gerade befindet, schon eine große Herausforderung. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird er versuchen Ihnen zu folgen, da Sie jetzt die Bezugsperson sind. Wichtig ist es von Anfang, an dem Welpen einen Platz zuzuweisen, auf dem er sich wohl fühlt und diesen positiv verknüpft. So könnten Sie z. B. dem Welpen einen Kauartikel (Kong)  zum Kauen geben, während Sie das Zimmer kurz verlassen. Dieses sollte nur wenige Minuten dauern. So sollten Sie jeden Tag die Alleinbleibe-Phasen erhöhen, bis ihr Hund in der Lage ist, entspannt auf seinem Platz liegen zu bleiben.
Hunde schlafen in der Regel zwischen 17-20 Stunden pro Tag, Welpen haben ein noch höheres Schlafbedürfnis. Wenn diese Schlafzeit für sie positiv belegt wird, dann dürfte es auch kein Problem werden, sie alleine zu lassen. Welpen direkt 4-5 Stunden alleine zu lassen, geht deshalb schon nicht, weil sie sich öfters entleeren müssen, als erwachsene Hunde. Am besten gehen Sie alle 2-3 Stunden mit dem Hund raus, auf jeden Fall nach dem Füttern und nach dem Schlafen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit Ihrem Hund.

Bettina Küster
Hundepsychologin nTR
Trainerin für Diabetikerwarnhunde
http://www.gute-laune-dogs.de
https://www.facebook.com/gute-laune-dogsde-Hundeverhaltenstherapie-und-Nasenarbeit-199906573437716/

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